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US-Zölle treffen Tech-Industrie sehr hart – jetzt mit kühlem Kopf entschlossen handeln

Swissmem ist schwer enttäuscht über die Entscheidung der US-Regierung, auf Produkte der Schweizer Tech-Industrie pauschale Zölle von 32 Prozent zu erheben. Die Massnahme trifft die Branche in einer ohnehin konjunkturell angespannten Lage sehr hart. Die USA sind mit 14,9% der zweitwichtigste Absatzmarkt. Besonders KMU ohne Produktionsstandort in den USA sind enorm gefordert: Sind ihre Produkte nicht unverzichtbar, droht ihnen der Verlust eines wichtigen Absatzmarkts. Swissmem fordert vom Bundesrat rasches Handeln, um die Zölle zumindest abzuschwächen und den Zugang zu anderen Märkten zu erleichtern. Die Politik muss auch innenpolitisch alles unternehmen, um den Firmen Steine aus dem Weg zu räumen. Unter anderem muss die Kurzarbeit vereinfacht und verlängert werden.

Swissmem ist vom Vorgehen des US-Präsidenten schwer enttäuscht. Die Erhebung von Zöllen in der Höhe von 32 Prozent ist völlig unverständlich und arbiträr, gerade weil die Schweiz ihrerseits sämtliche Industriezölle 2024 aufgehoben hatte. Die neuen Zölle sind ein schwerer Schlag fĂĽr die Unternehmen der Schweizer Tech-Industrie in einer schwierigen Lage nach vielen Monaten mit rĂĽckläufigem Umsatz.  

Gemäss einer ersten Analyse werden alle nicht bereits mit Zöllen von 25 Prozent auf Alu- und Stahlprodukte belastete Produkte der Schweizer Tech-Industrie mit einem Zoll von 32 Prozent belastet; fĂĽr Automobilzulieferer gelten 25%. Erschwerend kommt hinzu, dass auf die Exporte der EU «nur» ein Zoll von 20 Prozent erhoben wird. Die Tech-Industrie verliert also auf dem US-Markt auch gegenĂĽber ihren Konkurrenten aus der EU relativ an Wettbewerbsfähigkeit. Swissmem rechnet deshalb damit, dass sich die GĂĽterausfuhren der Tech-Industrie in die USA massiv reduzieren werden. Besonders hart betroffen sind KMU, die nicht in den USA produzieren. Ihnen droht dieser Markt wegzubrechen – es sei denn, sie verfĂĽgen ĂĽber unverzichtbare Produkte. Somit mĂĽssen sich die Schweizer Unternehmen mit ihrer Strategie, sich mit High-Tech Produkten auf eine Nische zu fokussieren, nun noch mehr bewähren.  

85 Prozent der Exporte gehen in andere Länder 

Die USA sind fĂĽr die Schweizer Tech-Industrie der zweitgrösste Absatzmarkt nach der EU mit 55%. Die Exporte in die USA betrugen im vergangenen Jahr 10,1 Milliarden Schweizer Franken, was ein Exportanteil von knapp 15 Prozent bedeutet. Dabei darf allerdings nicht vergessen gehen, dass 85 Prozent der GĂĽterausfuhren in andere Märkte gehen. Es gilt nun auf Ebene der Unternehmen sowie der Politik entschlossen, aber mit kĂĽhlem Kopf, vorzugehen.  

Auf Stufe Unternehmen werden unter diesen Umständen die ĂĽbrigen Märkte nun noch wichtiger. Im Vordergrund steht vor allem der Hauptmarkt EU mit, aber vor allem auch aufstrebende Märkte wie Indien, SĂĽdamerika, SĂĽdostasien und China. Zudem gewinnt die Investitionen in Innovationen eine noch höhere Bedeutung. Nur mit besseren Produkten und höherer Effizienz können die Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit zurĂĽckgewinnen. 

Swissmem berät seine Mitgliedfirmen bereits seit Wochen mit Informations-Webinaren und Abklärungsarbeiten zu konkreten Zoll-Fragen intensiv und wird die UnterstĂĽtzungsleistungen weiter ausbauen.  

Auf politischer Ebene entschlossen handeln: aussen- und innenpolitisch! 

Auf politischer Ebene muss nun der Bundesrat persönlich und mit höchster Dringlichkeit das Gespräch mit den relevanten Kreisen der US-Regierung suchen und die offene Handelspolitik und Vorteile der Schweiz erklären. Ziel muss sein, die Zölle abzuwenden oder zumindest abzuschwächen. Zudem muss der Bund den Zugang zu den ĂĽbrigen Märkten beschleunigt erleichtern. Konkret muss das Freihandelsabkommen mit Indien nach Ablauf der Referendumsfrist so schnell wie möglich in Kraft gesetzt werden. Hohe Dringlichkeit hat auch der Abschluss des Freihandelsabkommen mit dem Mercosur sowie die Erweiterung des Abkommens mit China. Und nicht zuletzt gewinnen die Bilateralen III noch mehr an Bedeutung. Das Verhältnis zu unserem mit Abstand wichtigsten Handelspartner muss rasch geregelt werden. Die Bilateralen III sind der Weg dahin.  

Die grösste Handlungsfreiheit besteht in der Innenpolitik. Zur UnterstĂĽtzung der Industrie muss der Handelskrieg als BegrĂĽndung fĂĽr Kurzarbeit anerkannt und die Höchstbezugsdauer so rasch als möglich auf 24 Monate ausgedehnt werden. Zudem erwartet Swissmem, dass sich alle Branchen und Parteien uneingeschränkt hinter die Freihandelsstrategie des Bundes stellen. Im Weiteren gilt es die Unternehmen von unnötigen Regulierungen oder finanziellen Belastungen zu befreien. Die gestern verabschiedete Verordnung des CO2-Gesetzes, welche der Industrie zusätzliche Fesseln aufbĂĽrdet, ist nur ein Beispiel eines klar falschen Wegs.   

Weitere AuskĂĽnfte erteilen: 

Noé Blancpain, Leiter Kommunikation und Public Affairs
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Letzte Aktualisierung: 03.04.2025